Die 1. Nacht an der Station war das absolute
Highlight, das nur schwer zu beschreiben ist, und auch nicht
fotografisch wiedergeben kann:
Ich war beim Funken, und der Vollmond
schien senkrecht von oben durch die Palmenblätter. Vor mir
das Meer im Mondlicht, am nördlichen Horizont sah man die
Blitze eines entfernten Gewitters. Im Sand vor mir, und auch
zu meinen Füßen bewegten sich Hunderte oder Tausende von
Einsiedlerkrebsen in verschiedenen Größen kreuz und quer
ohne Ziel in alle Richtungen.
Wenn ich den Kopfhörer abnahm, hörte ich hinter mir ein
Geräusch das sich ähnlich wie Porzellanglöckchen anhörte.
Wie ich später bei Tageslicht feststellte, lagen Unmengen
von Muscheln hinter mir. Das Klingeln entstand dadurch, dass
die Einsiedlerkrebse die durch die Muschelberge wanderten,
dabei den Halt verloren und dann runterkullerten.
Direkt an der Unterkunft der Soldaten
wurde eine weitere Station installiert. Als Antenne wurde
eine Vertikal-Antenne in der Nähe der Wassertanks aufgebaut.
Es wurden später auch einige Dipole zwischen den Masten
gespannt, die zur militärischen Funkstation der Insel
gehörten.
Am Strand vor unserer Hütte wurden
zusätzlich noch ein vertikaler Dipol (Force12) für 14,18,
21, 24 und 28 MHz aufgebaut sowie eine (sehr praktische)
Messband Inverted Vee für 10 MHz.
Wir waren maximal mit 3 Stationen
simultan in der Luft.
Ab und zu musste ich bei einsetzenden
Regenfällen die Station räumen und mit Planen abdecken, da
das geflochtene Palmendach nur als Sonnenschutz diente.
In der letzten Nacht (in der ich auf 30m QRV war), hätte ich
am liebsten das Feld geräumt. Ein Schwarm von extrem
aggressiven Moskitos fiel über mich her. Es war fast
unmöglich, ruhig zu sitzen. Ich hielt es gerade noch durch,
bis das Band schloss und habe dann fluchtartig die Station
in Richtung moskitosicherer Unterkunft verlassen :-)
Aves de Sotavento ist eigentlich wegen
der Moskitos berüchtigt, wir sind aber bis auf die letzte
Nacht gut dabei weggekommen.
(Anmerkung:
Die ganze Nacht über waren wir nie tätig,
denn etwa ab Mitternacht wurde ein extrem gefährlicher Hund
freigelassen, und man konnte uns nicht garantieren, das er
uns nicht angreifen würde ....)
Auf der Insel gibt es einige Lagunen, in denen sich In der
Regenzeit das Regenwasser sammelt. Dieses warme Brackwasser ist die
ideale Brutstätte dieser fiesen
Insekten. |